Montag, 24. Juni 2013

Dramarasmus meets Büchner


Ausbeutung und Überfluss.
Perspektivlosigkeit und Langeweile.
Gegenwart ohne Zukunft:
Eine europäische Jugend als verlorene Generation.
Damals wie heute.
Du und Ich.
Im Theater wie im Leben.


Explotación y abundancia.
Falta de perspectivas y aburrimiento.
El presente sin futuro.
Una juventud europea como generación perdida.
En aquel tiempo y ahora.
Tu y yo.
En el teatro y en la vida.

Montag, 3. Juni 2013

Probenauftakt Dramarasmus meets Büchner

Die Proben für unser kommendes Stück 'Dramarasmus meets Büchner' wurden aufgenommen. Neben den Proben besuchten wir die szenische Erzählung 'Lenz' im Schauspiel Frankfurt und unterstützten die Blockupy-Demonstration am Samstag.

Los ensayos por nuestra próxima obra 'Dramarasmus meets Büchner' han empezado. Aparte de los ensayos, fuimos al cuento éscenico 'Lenz' (de Georg Büchner) en el Schauspiel Frankfurt y apoyamos la manifestación de Blockupy en Frankfurt.

Montag, 4. Februar 2013

Nachtrag: Dramarasmus meets Molière

Liebe Freunde des Theaters,

wir hatten einen tollen Start ins neue Jahr mit einem Monat aufregender Bühnenarbeit. Bedanken möchten wir uns bei allen Beteiligten, die drei wunderbare Vorstellungen möglich gemacht haben. Für alle, die nicht mit uns in der Waggonhalle sein konnten, ein kurzer Einblick in unsere Trilogie aus Molières Komödienrepertoire:


Der eingebildete Kranke, Le Malade imaginaire, 1673



Argan ist von Leiden geplagt. Als der eingebildete Kranke ist er auf der Suche nach Heilung. Er gibt Unmengen an Geld für die Medizin der Ärzte aus. Wieso also nicht seine Tochter mit einem zukünftigen Arzt verheiraten, um sich so kompetenten und günstigen Rat in die Familie zu holen? Da kommt es gerade Recht, dass Argans Arzt Herr Diafoirus mit Thomas einen exzellenten Akademiker als Sohn hat. Seine Tochter Angélique hat jedoch etwas dagegen, denn sie möchte jemanden, den sie wirklich lieben kann. Cléante hat sich in das Haus Argans geschlichen, um herauszufinden,ob Angélique seine Liebe erwidert. Auf ihrer Seite haben sie Toinette, Argans Bedienstete.


Der eingebildete Kranke bekommt zwar seine Medizin, aber besser geht es ihm dadurch nicht. Seine Krankheit führt dazu, dass nicht nur er leidet, sondern auch seine Mitmenschen. Er kann den Dingen nicht seinen Lauf lassen. Nach Molière scheinen es eher die Selbstheilungskräfte zu sein, die zur Gesundheit führen. Zwar hat Argan Menschen um sich, die sich um ihn kümmern, aber wem ist wirklich an seinem Wohl gelegen? Es geht um eine barocke Problematik der Erkenntnis von Sein und Schein, die auch heute noch Aktualität besitzt. 





Der Menschenfeind, Le misanthrophe, 1667



Molières Menschenfeind Alceste ist der erbitterte Ankläger einer Gesellschaft, die sich ihm zufolge einer perfekten Heuchelei in allen menschlichen Beziehungen verschrieben hat: Worte haben ihren Wert verloren, Freundschaft und Liebe ihren Tiefgang. Das forsche Auftreten des angriffslustigen Kritikers, welches unter anderen der beliebte Verseschmied Oronte zu spüren bekommt, findet seine Widersprüchlichkeit im eigenen Liebeswerben: Mit Célimène hat ihm ausgerechnet eine Frau den Kopf verdreht, die durch ihre Koketterie und Klatschsucht all das verkörpert, was er verabscheut.



Im 21. Jahrhundert tobt der Menschenfeind im Zeitalter von virtuellen Communities. Freundschaften werden per Mausklicks geschlossen, Neuigkeiten immer und überall geteilt. Der Reiz an Gedichten liegt in ihrer Performativität und eine Flut an Informationen trimmt den Menschen zur Schnelllebigkeit. Dennoch kehren wir zurück zur bekannten Formel: Die Gesellschaft ist online, Alceste geht offline.






Der Geizige, L'Avare, 1668




Nach dem Tod ihrer Mutter ist für Cleante und Elise das Zusammenleben mit ihrem Vater nicht leicht. Beide sind verliebt. Doch Harpagon, engstirniger und geiziger Familienpatriarch, steht dem Glück seiner Kinder im Weg. Er verweigert ihnen jede finanzielle Unterstützung und enthält ihnen das Erbe der Mutter vor. Die Auserwählten der Geschwister sind arme Schlucker, eine Heirat undenkbar. Mit Hilfe der gewitzten Ghettobraut La Flèche probieren die beiden sich nach und nach von ihrem tyrannischen Vater zu lösen ….Doch nur von Liebe allein kann man nicht leben. Der geldgeile Alte soll endlich den Anteil rausrücken!


 Der Teufel hole den Geiz und die Geizhälse!

Geld löst heute immer noch egoistische Triebe im Menschen aus. Sein Wert wird zum wichtigsten Ziel und die Gier nach ihm zerstört alle anderen Werte des Lebens.









Montag, 14. Januar 2013

Vorbereitungen für unsere Premiere

Liebe Freunde des Theaters,

unsere Premiere steht vor der Tür. Am 25./27./28. ist unsere Truppe wieder in der Waggonhalle zu sehen. Dieses Mal wird der Franzose Molière im Mittelpunkt stehen. Erste Informationen zu Dramarasmus meets Molière:

Wir haben den gewitzten Ego-Trips im molièr'schen Figurensortiment nachgespürt und sind bis in die zeitgenössische Wirklichkeit vorgedrungen. Kulmination des Geldes, Hypochondrie und Heuchelei sind Produkte der menschlichen Eigenliebe und in der Gesellschaft allgegenwärtig. Damals und heute. 


Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren



Auf dem folgenden Link könnt ihr euch schon Karten für eine unserer Vorstellungen sichern:

http://www.hessen-szene.de/zentren/programm.php5?gid=9&layout=Service

Samstag, 8. Dezember 2012

Alles Gute, ERASMUS!

Das ERASMUS-Programm wurde 25 Jahre alt und wir unterstützten die Feierlichkeiten mit einer Bildergeschichte zu den Höhen und Tiefen eines ERASMUS-Jahres



Erasmus Emotions



Hier geht's zum Presseartikel der Philipps-Universität Marburg:

http://www.uni-marburg.de/aktuelles/news/2012d/erasmus




Samstag, 1. Dezember 2012

DRAMARASMUS in der Reading Week

Im Rahmen der reading week an der Philipps-Universität Marburg haben wir ein Theaterworkshop veranstaltet und zwei tolle Stunden mit unseren Teilnehmerinnen verbracht. Ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden!



Dienstag, 6. November 2012

Startschuss

Liebe Freunde des Theaters,

wir möchten zunächst allen Teilnehmern des Kick-Off-Wochenendes ganz herzlich danken. Es hat uns sehr viel Freude bereitet euch kennenzulernen und mit euch Theater zu spielen! Brandaktuell hier das erste unvollständige Foto unserer Truppe für die "Spielzeit" Wintersemester 2012/13:



Dienstag, 18. September 2012

Nachtrag: Toska. Dramarasmus meets Tschechow

Liebe Theaterfreunde,

es ist schon einige Zeit nach unserer Aufführung 'Toska. Dramarasmus meets Tschechow' vergangen. Mit etwas Verspätung möchten wir uns auch hier nochmal bei allen Beteiligten für die tolle Arbeit bedanken!


Nach Arthur Schnitzler im Wintersemester 2011/2012, beschäftigten wir uns im Sommersemester 2012 mit dem russischen Erzähler und Dramatiker Anton Tschechow. Das Stück wurde ein weiteres Mal collagenartig zusammengesetzt. 

Ein kleiner Einblick in das Bühnengeschehen: 

EINE LANGWEILIGE GESCHICHTE:

Tschechows Erzählung Eine langweilige Geschichte (1889) ist ein Paradebeispiel für Isolation und Entfremdung. Ein berühmter, hochgeehrter Medizinprofessor, betrachtet jetzt, im Bewusstsein des nahen Todes, erstmals kritisch sein Leben, das ihm immer erfüllt schien. Er leidet unter seinem eigenen zunehmenden Unvermögen, am Leben seiner Mitmenschen emotional Anteil zu nehmen, verachtet sich selbst und wird dabei immer bitterer, kälter und hilfloser gegenüber seiner Umwelt.

       Bla bla bla bla Brahms, Bach bla bla bla, die Oper, bla bla, die Musik bla bla, Beethoven, Mozart...    

DER BÄR     

Die burleske Komödie Der Bär (1888) stammt aus Tschechows dramatischem Frühwerk. Aus der Gegensätzlichkeit der Stimmungen und dem jähen Umschlag der Gefühle entsteht ein groteske Komik rund um die Witwe Popowa und dem unerwarteten Besuch des ehemaligen Artellerieleutnants Smirnow.       


Ehe wir uns duellieren, zeigen Sie mir bitte wie man schießt... 

ONKEL WANJA


Wie das einfältige Landleben durch erwachte Sehnsüchte aus den Fugen gerät, thematisiert Onkel Wanja (1897), eines der bekanntesten Stücke aus Tschechows dramatischem Werk. Menschen gleichen einsamen Seelen, die in ihrem Kampf um Veränderung das Nachsehen gegenüber der Wirklichkeit haben.




Bei solchem Wetter ist es prächtig sich aufzuhängen!

DER HEIRATSANTRAG


Die Posse Der Heiratsantrag (1889) stammt wiederum aus Tschechows dramatischem Frühwerk. Sie verdankt ihre Wirkung nicht nur dem derb-komischen Einfall vom Zusammenstoß zweier streitsüchtiger Charaktere ausgerechnet bei einem Heiratsantrag, sondern vor allem seinem vor Bosheit funkelnden Dialog, der konträr zum willkürlich herbeigeführten und damit paradoxen Ende des Stücks steht. 

 Papa, erkläre du bitte diesem Herrn. Wem gehören die Ochsenwiesen: uns oder ihm?

IWANOW


Inspiriert von Tschechows Iwanow (1889) bildet die Europathematik den Rahmen von -Toska-. Iwanow ist von einem Gefühl beseelt, welches man heute vielleicht als Burnout bezeichnen würde. Der einstige leidenschaftliche Visionär gerät in einen für ihn nicht erklärbaren Zustand der Schwermut und Erschöpfung. Antworten und Anschuldigungen haben nur die Anderen. Diese Figur greifen wir auf und verbinden sie mit der aktuellen Lage Europas. Die SchauspielerInnen erarbeiteten Monologe, in denen sie ihre derzeitigen persönlichen Gefühle, Erfahrungen, Hoffnungen und Enttäuschungen zu Europa in der Krise ausdrücken. Europa, in Iwanow vermenschlicht, wird konfrontiert mit den verschieden Anklagen. In diesem Spannungsfeld stellt sich die Frage, was bedeutet das für die Idee von Europa als gemeinschaftliches Projekt.